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Heilkunde im Mittelalter (niedere Heilkunst)

Für die meisten Patienten waren studierte Ärzte im Mittelalter unerreichbar. Daher spielten Bader, Barbiere und Scherer eine wichtige Rolle. Ihre Tätigkeiten lassen sich nicht exakt voneinander abgrenzen. Ihr Wissen bezogen sie aus mündlichen Überlieferungen und als Schüler bei einem Meister. Sie gehörten zu den sog. „unehrlichen Leuten“.
Erst ab dem 14.Jahrhundert organisierten sie sich in Zünften. Die Ausbildung bestand nun in einer zwei- bis vierjährigen Lehre, dann als Geselle auf Wanderschaft bei anderen Meistern. Nach der Meisterprüfung konnten sie sich selbstständig machen.
Aus diesen Berufsständen entwickelte sich im Laufe des Mittelalters der Wundarzt, der Vorläufer des Chirurgen.
Weitere niedere Heilberufe waren Bruch– und Steinschneider, Starstecher und Zahnbrecher.

(Q.: Selinger, Alice: Heilkunst im Mittelalter; Beiheft zur Ausstellung im Budinger Heuson-Museum, 2013)