Archiv der Kategorie: B

 

Behuf
(mhd. behuof)

Zweck, Erfordernis; Absicht; Vorteil, was nützlich ist

 

Hintersasse
syn. Unbespannter, Einspänniger, Handfrönder, Beisässer

Personen, die kein oder kaum Land besaßen, eingeschränktes Gemeinderecht (nur partielle Rechte an Wasser, Wald und Weide);
Hintersassen waren vom Grundherrn abhängig und da sie kaum eigenes Land besaßen, verdingten sie sich als Landarbeiter und Tagelöhner (keine Handwerker).
Es gab auch freie Hintersassen (Freisassen), die rechts- und vermögensfähig und nur zu wirtschaftlichen Leistungen verpflichtet waren.
Die halb- und unfreien Hintersassen (die „Hörigen„) ohne Grundbesitz waren zu Abgaben und Frondiensten verpflichtet.
(Abgr. SpannfrönderVollbauern, Häusler)

 

Sömmerung, Besömmerung, Brachbesömmerung
(Nassau Mitte 18. Jh.)
syn. Raue WeideGemeindeweideAllmende, Langhalm

Sömmerung (Alpenraum): Sommerlicher Weidgang von Nutztieren (Schafe, Ziegen, Kühe, Rinder, Pferde); extensive Viehwirtschaft

Besömmerung: Bestellung von Feldern mit Sommergewächsen

Brachbesömmerung: Bestellung des bei der Dreifelderwirtschaft brachliegenden Drittels des Ackerlandes mit Futterpflanzen (Entlastung der Waldweide (Bed. a))

 

 

Rauhweide, Raue Weide, Magerweide, Herbstweide
syn. Brachbesömmerung, Stoppelweide (von Stoppelfeld), Langhalm

Gemeindeweide nach Abernten der Felder, auch im Wald
(nicht ergiebig; Ggs. 
Ecker);
Exweiler/Schellenbach 1721:
Wiese nach dem 1. Grasschnitt; den Hafer bezeichnete man als „raue Frucht“
(rauch).

 

Butterabgabe

Zehntabgabe (auch von anderen Tierprodukten wie Eier, Milch, Honig)

Thalexweiler/Dörsdorf 1756:
Jeder Ackerer mit ganzem Pflug muss am Jahrgeding 27 Albus, jeder mit einem halben Pflug 18 Albus und die Kleinbauern 12 Albus anstelle der Butter zahlen.

 

Besoldungsholz

Teil der Besoldung herrschaftlicher Beamter durch Brennholz