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worfeln

Reinigen von Getreide
Getreide wurde nach dem Dreschen zunächst geworfelt. D.h. es wurde auf der Tenne durch Werfen gegen den Wind von der Spreu getrennt. Dann kam es auf die  Getreidefege.

 

Weihermühle

Mühle, die das benötigte Wasser in einem Weiher anstaute. Meist dann, wenn der Bach zuwenig Wasser führte.

Nachteil: Mahlen nur bei vollem Weiher möglich

 

Wasserschiff

Vorrichtung, die das Wasser eines Baches teilte, um z.B. zwei Mühlen auf beiden Seiten des Baches mit Wasser zu versorgen bzw. zwei Mühlenräder einer Mühle

Rheinisches Wörterbuch:
gemauerte und nebeneinanderliegende Steine im Bachbett, schräg zum Wasserlauf, um das Wasser in den Obergraben der Mühle, des Hammerwerkes abzulenken

Hirsenmühle Derlen 1857:
Es ist ein Wasserschiff vorhanden, aus welchem ein hölzernes Gerinne auf das (Mühlen-)Rad führt.

Neumühle Alsfassen 1857:
Wasserbehälter zum Sammeln des Wassers: es besteht an der nördlichen Seite der Mühle ein Wasserschiff von 14 Fuß, 9 Fuß Breite und 3 ½ Fuß Tiefe mit 2 Schützen für jedes Wasserrad ein. Es sind 2 Wasser-Kanäle (Gerinne) vorhanden, davon führt einer von 14 Fuß Länge, 1 Fuß Breite und 2 Fuß Tiefe aus dem Schiff durch einen Schützen unterhalb des gangbaren Rades zum Betrieb. Der andere Kanal von 11 Fuß Länge, 3 Fuß Breite und 2 Fuß Tiefe nimmt durch den anderen Schützen des Schiffs das Wasser zum Betrieb des unbrauchbaren und ungangbaren Rades auf.

 

Walkmühle

Tuche, die vom Webstuhl kamen, mussten von Schmutz und Fett gereingt werden. Ebenso wurden sie durch das Walken dichter, indem sie verfilzten. Dies geschah durch Walken mit Ton, besser mit menschlichem Urin oder Seifensiederlauge mit Wasser. Ein Stampfer bewegte sich durch Nocken am  Wellbaum der Mühle auf und ab und bewegte dadurch die Tuche in der Reinigungslösung in der Kumme oder den Walkstöcken. Nach dem Walken kamen die Tücher wieder zum Weber, um „genupt“, d.h. von Knoten befreit, geschoren (Tuchscherer, Tuchbereiter) und evtl. auch eingefärbt zu werden. Dann kamen die Tücher ein zweites Mal in die Walkmühle, damit überflüssige Farbe und beim Scheren drangekommenes Fett ausgewaschen wurde.

 

Wiesengeld

Abgabe für die Nutzung herrschaftlicher Wiesen

 

Weiler
(ahd. wîlari; mhd. wîler; lat. villa: Landgut, Hof)

Siedlung aus 3 – 10 Gehöften, die aber noch keine Gemeinde oder Dorf bildete; Namensgeber der sog. „Weilerorte“, die im 9. Jh. wegen leichtem Bevölkerungswachstum durch Rodung entstanden sind.

 

Wüllenweber
(mhd. wüllin, wullin (adj.): von Wolle, mit wollenem Gewande)

Wollweber