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Ritterehrenwörter,
Titulaturen,
Anredeformen niederer Adel

Die ältesten Ehrenwörter der Ritter sind:
Vest (mhd.): mannhaft, tapfer, standhaft
Strenge, Gestrenge (mhd.): stark, gewaltig, tapfer

Als Titel und Anrede gab es verschiedene Kombinationen:
edel vest: turnierfähiger Ritter (mhd. edel: adlig, edel)
fromm und vest: neu aufgenommene Edelleute (mhd. vrum, vrom: tüchtig, brav, ehrbar, gut, trefflich, angesehen, vornehm, wacker, tapfer)
Ehrenvest: neu gemachte Edelleute (mhd. êre: Ehrerbietung, Verehrung)

Nach der Ritterzeit wurde ein Teil der Anredeformen durch Kanzleien in der Bürgerschaft beim niederen Adel beibehalten. Sie unterlagen einer ständigen Diskussion und Weiterentwicklung, wie das Beispiel Bern zeigt.
Folgende Anredeformen wurden verwandt (absteigend):
Wohledelvest (adlige Geschlechter, „von“)
Edelvest (wie Anrede eines Junkers)
Vest (bürgerliche Geschlechter, regimentsfähige Bürger)
Unsere Lieben und Getreüwen Bürger (regimentsfähige Bürger; ab 1761 „Edelgebohrene Herren“)
– (normale Stadtbürger)

 

Toise du Pérou

Die Toise du Pérou wurde von Ludwig XV. vor der Revolution zum gesetzlichen Längenmaß ernannt. Bis ins 18. Jh. existierten in Frankreich verschiedenste Versionen der Toise. Um Ordnung ins Chaos zu bringen, ließ die Pariser Académie des sciences 1735 zwei gleichlange Maßstäbe aus Eisen fertigen, die fortan als Standart gelten sollten. Einer der Stäbe wurde im südamerikanischen Peru für Vermessungsarbeiten eingesetzt, daher der Name Toise du Pérou. Seine Länge beträgt 1,95 m.

 

Triftrecht, Triftgerechtigkeit

a) die einem Grundeigentümer zustehende Befugnis, sein Vieh über fremde Grundstücke zu treiben, wobei das Vieh sich nicht aufhalten darf um zu fressen

b) Recht, sein Vieh auf eines anderen Grund und Boden zur Weide zu treiben
(Weidegerechtigkeit)

 

transportieren
(Dillingen 1731)

übertragen

 

Türkensteuer
(Wallerfangen, Roden 1567)

allgemeine Reichssteuer für die Abwehr der Türkengefahr (1529 und 1683)

 

Türkenschatzung
(Köllertal 1542)

Kriegssteuer, um ein Heer gegen die Türken zu schicken, die Ungarn besetzt hatten:
– von je 100 Gulden Vermögen: je ½ Gulden
– wer unter 100 Gulden: von je 20 Gulden 4 Kreuzer;
Einkommen aus Zinsen gesonderte Zahlung;
Geistliche bezahlen den zehnten Pfennig;
– Knechte, Mägde und andere Diener unter 15 Gulden Lohn geben von jedem Gulden 1 Kreuzer
(Schatzung)
(weitere Infos)