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Takenplatte
(lat. tagere: bedecken, abdecken)

Gusseiserne Platte, die in Bauernhäusern bis ins 19. Jahrhundert als Bestandteil einer Takenheizung in eine Aussparung der Feuerwand zwischen Küche (mit offenem Kamin) und Stube eingemauert wurde. Sie bildete im Wohnraum die Rückwand eines Wandschranks (sog. Takenschrank).
Das Motiv der Platte war nicht dem offenen Feuer zugewandt, sondern vom Wohnraum aus sichtbar, wenn der Takenschrank geöffnet war. So wurde die Wärme des in der Küche befindlichen Feuers in die angrenzende Wohnstube geleitet. Im Takenschrank konnten auch Speisen warm gehalten werden.
Die Takenplatten waren nur in einem begrenzten Gebiet verbreitet, etwa Eifel – Saarland – Lothringen – Luxemburg.


Abb. 1
Takenplatte mit dem Allianzwappen der Familien Zandt von Merl (3 Löwen) und von Briztke (Stern).
Die Platte wurde 1738 im Eisenwerk Münchweiler gegossen.


Abb. 2
Prinzip des Takenschranks mit Takenplatte

Q.: (Text und Abb. 2)
Dr. Markus Zenner, https://www.historic-firebacks.com

 

Ritterehrenwörter,
Titulaturen,
Anredeformen niederer Adel

Die ältesten Ehrenwörter der Ritter sind:
Vest (mhd.): mannhaft, tapfer, standhaft
Strenge, Gestrenge (mhd.): stark, gewaltig, tapfer

Als Titel und Anrede gab es verschiedene Kombinationen:
edel vest: turnierfähiger Ritter (mhd. edel: adlig, edel)
fromm und vest: neu aufgenommene Edelleute (mhd. vrum, vrom: tüchtig, brav, ehrbar, gut, trefflich, angesehen, vornehm, wacker, tapfer)
Ehrenvest: neu gemachte Edelleute (mhd. êre: Ehrerbietung, Verehrung)

Nach der Ritterzeit wurde ein Teil der Anredeformen durch Kanzleien in der Bürgerschaft beim niederen Adel beibehalten. Sie unterlagen einer ständigen Diskussion und Weiterentwicklung, wie das Beispiel Bern zeigt.
Folgende Anredeformen wurden verwandt (absteigend):
Wohledelvest (adlige Geschlechter, „von“)
Edelvest (wie Anrede eines Junkers)
Vest (bürgerliche Geschlechter, regimentsfähige Bürger)
Unsere Lieben und Getreüwen Bürger (regimentsfähige Bürger; ab 1761 „Edelgebohrene Herren“)
– (normale Stadtbürger)

 

Toise du Pérou

Die Toise du Pérou wurde von Ludwig XV. vor der Revolution zum gesetzlichen Längenmaß ernannt. Bis ins 18. Jh. existierten in Frankreich verschiedenste Versionen der Toise. Um Ordnung ins Chaos zu bringen, ließ die Pariser Académie des sciences 1735 zwei gleichlange Maßstäbe aus Eisen fertigen, die fortan als Standart gelten sollten. Einer der Stäbe wurde im südamerikanischen Peru für Vermessungsarbeiten eingesetzt, daher der Name Toise du Pérou. Seine Länge beträgt 1,95 m.

 

Triftrecht, Triftgerechtigkeit

a) die einem Grundeigentümer zustehende Befugnis, sein Vieh über fremde Grundstücke zu treiben, wobei das Vieh sich nicht aufhalten darf um zu fressen

b) Recht, sein Vieh auf eines anderen Grund und Boden zur Weide zu treiben
(Weidegerechtigkeit)

 

transportieren
(Dillingen 1731)

übertragen

 

Türkensteuer
(Wallerfangen, Roden 1567)

allgemeine Reichssteuer für die Abwehr der Türkengefahr (1529 und 1683)