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Hexenverfolgung

Bis zum 12. Jh. hat die Kirche Dämonenglauben und Zauberei verfolgt. Ab dem 13. Jh. kam die mittelalterliche Ketzerbewegung. Die Verfolgung der Ketzer als vom Glauben Abgefallene wurde theologisch mit der Lehre vom Teufelspakt begründet. Bereits der Sachsenspiegel (bedeutendstes Rechtbuch des deutschen Mittelalters von 1224/25) sieht für Ketzerei und Zauberei die Feuerstrafe vor.
In Deutschland wurde die systematische Hexenverfolgung durch die Hexenbulle Papst Innozenz VIII. von 1484 eingeleitet. Durch den Hexenhammer (Malleus maleficarium) von 1489, der eine Beschreibung des Hexenwesens und seine Bekämpfung war, wurde der Hexenwahn und das Hexen-Bekämpfungsverfahren in ein wirksames System gebracht.
Erst im Zuge der Aufklärung in der Mitte des 18. Jh. endete die Hexenverfolgung.

 

Bote, Bott, Gerichtsbote, Hochgerichtsbote

der die Zeugen und Parteien auf- oder einbot
(bieten i.S.v. laden)
Aufgaben:
a) Einberufung der dingpflichtigen Untertanen zum Jahrgeding
b) Sprechen der Bannungsformel (Bann)
c) Ausführung der grundherrlichen Urteile
d) Pfändungen (1723 versteigert er in Lebach gepfändete Schweine der Eidenborner)


Hufe, Hube, Vollhufe
syn. Bauernvogtei, Hofstatt, Hobstatt

a) ein bestimmtes Acker- bzw. Landmaß, ehemaliges Durchschnittsmaß bäuerlichen Grundbesitzes, meist 30 Morgen (etwa 7-10 ha)
b) Hof, Ackerland und Anteil an der Gemeindeweide
Meist unteilbar; im MA kam es jedoch nicht selten infolge der Erbteilung zur Zersplitterung der Hufe in Halb-, Viertel- und Achtelhufen. Die Inhaber waren Vollbauern, Vollspänner oder Hubbauern (Hüfner)

 


Rennofen, Rennfeuer,
Hangofen, Zugofen

(mhd. rennen: gerinnen machen, laufen machen)

Historischer Ofen zur Eisenherstellung von ca. 700 v.Chr. bis ca. 1600
Der Rennofen war ein Schachtofen mit einem Lehmmantel ohne einheitliche Bauform. Er wurde im Wechsel mit Holzkohle und Eisenerz beschickt. Um das Eisen aus dem Erz zu
lösen, musste eine Temperatur von 1200 bis 1300°C erreicht werden. Bei dieser Temperatur wurde die Schlacke flüssig und floss in den untersten Bereich des Ofens. Um diese Temperatur zu erreichen, war eine gezielte Luftzufuhr notwendig. Dies geschah in früher Zeit durch den Hangwind (Lage des Ofens an einem Hang, s. Abb. 1)

 

 

 

Abb. 1: Hangofen

Später dienten dazu Windlöcher mit Blasebälgen im unteren Bereich des Ofens (s. Abb. 2 und 3). Nach Abschluss der Befeuerung blieb ein zäher Eisenklumpen (Luppe, Eisenschwamm) übrig (Schmelztemperatur von Eisen: 1500°C), der nach dem Abriss des Ofens entnommen wurde. Durch Hämmern wurde die Luppe von der Ummantelung aus Schlacke und Holzkohle befreit. Das Ergebnis war ein schmiedbares Roheisen.

 

 

 

 

Abb. 2: Römischer Rennofen

 

 

 

 

 

Abb. 3: Schnitt durch einen römischen Rennofen

 

 

Im Mittelalter erreichte man durch das Frischen eine höhere Qualität (Stahl).

Quellen:
Abb. 1: Thomas Seilnacht. Periodensystem
Abb. 2: Bayerische Staatsforsten, Waldlehrpfad Grubschwart
– Zeichnung: Christian Manhart
Abb. 3: Rennofen im Römerpark Vicus Eisenberg

 

 

 

Heimmeyer, Heymeyer, Heimeyer, Heumeyer
(Eiweiler 1746)
syn. Heimbürge

wahrte die Interessen der Heime (Familien der Vollbauern); wechselte 1723 und 1737 in Eiweiler jährlich
Neben dem Meier und zwei Gerichtsmännern war er Mitglied des Dorfgerichts Eiweiler.
Aufgaben:
a) Freigabe gesperrter Felder zur Ernte (bei Flurzwang)
b) Beginn der Heumahd
c) Dauer und Fruchtart der Ackerbestellung (GemeindeweideFlurrecht), Getreideaussaat (dann Gewannsperre)
d) Aufsicht über Zäune, Faselvieh, Hirtenwesen, Wege
e) Begehung der Banngrenze und Bannbeschreibung (bei der Regierung jährlich einreichen)

Dank an Stefan Oemisch, Erzhausen, für den Hinweis!

 

Heim, Hain

a) (urspr.) Zaun
b) umzäunter Bezirk, in seinen Grenzen ein- geschlossenes Gebiet, Flur
c) Wohnhaus mit seinem Zubehör
(Heimbürge)