Category Archives: H

 

handhaft, handhafte Tat

(mhd. hanthaft: frische Tat und Ergreifung auf solcher, der beweisende Gegenstand dafür)

Verbrechen, bei dem der Täter auf frischer Tat ertappt wurde. Ergreifung, Verfolgung und bei Widerstand sogar Tötung möglich; bei Tötung mussten anschließend Nachbarn herbeigerufen werden (Gerüfte). Tötungsrecht bei Diebstahl, Widerstand, Fluchtgefahr und bei in flagranti erwiesenem Ehebruch. Durch Schreimannen wurde der Missetäter vor Gericht gebracht und meist auf der Stelle verurteilt und am nächsten Baum aufgehängt. Die Verurteilung erfolgte aufgrund des  blickenden Scheins bzw. Augenscheins (Spuren der Tat an Kleidung und Leib des Täters, mitgeführte Beute) oder durch Zeugnis der Schreimannen.

 

Hurd, Huërd (mdal.)
(mhd. horden, hordern, hürden, hürten: einen Schatz sammeln, mehren, gedeihen;
hurt
: Flechtwerk aus Reisern, Hürde)

meist schräger Lattenrost im Vorratskeller zum Aufbewahren von lagerfähigen Äpfeln

HellebarHellebardede, Helpart (Elm 1592)
(mhd. helm, halm, halme: Stiel; barte: Streitaxt; helmbarte: Axt an einem Stiel)

Hieb- und Stoßwaffe des Fußvolkes im späteren MA, etwa 2 m lang, mit Stoßklinge, Beil und Reißhaken, seit dem 16. Jh. durch langen Spieß oder Pike verdrängt

 

hilfio
(mhd. hëlfe, hilfe, hülfe: Hilfe, Beistand)

Hilferuf/Notschrei beim Gerüfte: Hilfe, Beistand

 

Hexenhammer, Malleus maleficarium

Beschreibung des Hexenwesens und seiner Bekämpfung von 1489. Dadurch wurden der Hexenwahn und die Hexenbekämpfung in ein wirksames System gebracht.

 

Hobmeier
(Diefflen 1714)

Meier, Verwalter eines Hofes